Nur nicht ans Verlieren gewöhnen

Fussball, 3. Liga, Karlsruher SC - FC Würzburger Kickers
Foto: foto2press, Frank Scheuring

Auch im ersten Liga-Spiel unter Interimstrainer Michael Schiele gelingt den Würzburger Kickers nicht die erhoffte Wende. In einem schwachen Drittligaspiel unterlag der FWK am gestrigen Samstag dem KSC im ehrwürdigen Wildparkstadion verdient mit 0:2. Durch die sechste Saisonniederlage rutschen die Unterfranken ab auf den 18. Tabellenplatz.

Kaum Argumente für Schiele

Im Spiel eins nach Stephan Schmidt und dem desolaten Heimauftritt gegen Unterhaching blieb die Kehrtwende vorerst aus. Im Duell der Zweitliga-Absteiger bekamen die über 9000 Zuschauer im Karlsruher Wildparkstadion von beiden Mannschaften äußerst magere Fußballkost geboten. Am Ende fuhr der Ex-Erstligist, ohne dabei zu glänzen, recht ungefährdet seinen vierten Saisonsieg ein. Die Rothosen, bei denen Interimstrainer Michael Schiele erstmals in einem Drittliga-Spiel in der Verantwortung stand, liefen zumindest personell deutlich verändert auf. Mit Schuppan, Syhre und Jopek verbannte Schiele drei Spieler, die unter Schmidt eine tragende Rolle einnehmen sollten, auf die Bank bzw. im Fall von Björn Jopek sogar auf die Tribüne. Am Spiel geändert hat das indes nicht wirklich etwas. Die Kickers treten nach wie vor völlig verunsichert, drucklos und ohne den nötigen Biss auf. Im Offensivspiel ist sogar eher ein weiterer Rückschritt zu beobachten. Alle torgefährlichen Aktionen entstanden im Grunde aus situativ entstandenen Aktionen, nicht aber aus einem durchdacht aufgezogenen Angriffsspiel. Auch in Sachen Defensive konnte kein Fortschritt erkannt werden. Beim 0:1 durch KSC-Stürmer Schleusener missglückte der Versuch einer Abseitsfalle kläglich, beim 0:2 durch selbigen Spieler stellte sich das Innenverteidiger-Duo Neumann/Uzelac nicht viel besser an, als ein plumper Befreiungsschlag der Hausherren zum vorentscheidenden 2:0 (88.) führte. Ganz davon abgesehen: Ein echtes Aufbäumen gegen die drohende Niederlage fand auch vor dem 2:0 nur in einem überschaubaren Maße statt. Schiele, der bereits bei der peinlichen Toto-Pokal-Niederlage in Rosenheim auf der Bank saß, konnte bislang offenbar nicht die von ihm erhofften neuen Reize wecken.

16. Kickers-Niederlage 2017

Fast das Gegenteil ist der Fall. Die Kickers scheinen sich allmählich ans Verlieren gewöhnt zu haben. Ligaübergreifend war das 0:2 in Karlsruhe, die nun schon 16. Niederlage im laufenden Jahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 musste sich der FWK nur fünfmal geschlagen geben. Wohin so ein Trend führt ist klar: nach unten, steil nach unten. Nach 12 Spieltagen steht Würzburg nun mit mickrigen zehn Zählern auf einem Abstiegsplatz. Die Realität am Dallenberg heißt, so bitter es auch klingt, Abstiegskampf! Ob die Mannschaft das kann? Das darf bezweifelt werden. Der Kader wurde oft genug als hochkarätig und spielstark betitelt, konnte dies bisher aber nur zum Start der Saison in Ansätzen zeigen. „Die Entwicklung der Mannschaft“ stehe im Vordergrund, so der häufige Appell der Kickers-Verantwortlichen. Wenn man die letzten beiden Spiele gegen Unterhaching und in Karlsruhe als Maßstab heranzieht, darf stark angezweifelt werden ob es sich überhaupt um eine funktionierende Mannschaft handelt, oder nur um jeweils elf Individualisten, die im selben Trikot auf dem Rasen stehen – und mit dem Verlieren kein all zu großes Problem zu haben scheinen.

Schwere Wochen für die Rothosen

Nimmt man sich die Worte von Sauer und Co. zu Herzen wird wohl auch beim kommenden Heimspiel gegen Wehen-Wiesbaden Michael Schiele auf der Trainerbank sitzen. In Sachen Trainersuche möchte man sich die nötige Zeit lassen. Nun gut, das Wort „Zeit“ im Abstiegskampf ist allerdings relativ. Jeder Punkt den man aktuell liegen lässt, kann einem in der Endabrechnung extrem wehtun oder gar den Abstieg bescheren. Nicht gerade aufmunternd für alle Kickers-Fans: Die nächsten Gegner sind nun mit Wehen-Wiesbaden (4.) und Fortuna Köln (3.) ausgerechnet zwei Spitzenteams der Liga.


12. Spieltag, 14.10.17., Wildparkstadion

Karlsruher SC – FC Würzburger Kickers 2:0 (1:0)

Kickers: Hesl – Ahlschwede, Uzelac, Neumann, Wagner (68. Mast) – Göbel, Taffertshofer (77. Königs), Nikolaou, Müller – Bytyqi (61. Baumann), Ademi – Interimstrainer: Schiele

Tore: 1:0, 2:0 Schleusener (34., 88.)

Gelbe Karten: Schleusener, Wanitzek

Schiedsrichter: F. Heft (Neuenkirchen)

Zuschauer: 9.234


 

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