War es das für Schmidt?

Fussball, 3. Liga, FC Würzburger Kickers - SpVgg Unterhaching
Foto: foto2press, Frank Scheuring

Nach der gestrigen 0:2-Niederlage im Heimspiel gegen Aufsteiger SpVgg Unterhaching steht Kickers-Cheftrainer Stephan Schmidt womöglich unmittelbar vor der Entlassung. Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer entschuldigte sich bei den Fans für das Auftreten der Mannschaft und stellte sich erstmals nicht mehr bedingungslos hinter Schmidt. Noch vor dem Toto-Pokal-Spiel, am kommenden Dienstag, in Rosenheim ist mit einer Entscheidung der FWK-Vereinsführung zu rechnen. Durch die fünfte Saisonniederlage rutschten die Rothosen auf die Abstiegsränge. Hier ein kleiner Überblick über die derzeitige Gemengelage am Dalle:

Kickers am Tiefpunkt angelangt

Nun ja, das Fußballjahr 2017 war, ist und wird gewiss nicht mehr das des FC Würzburger Kickers. Erst der Abstieg aus der Zweiten Liga, mit der kompletten Rückserie ohne Sieg, dann der Fehlstart unter dem neuen Trainer in der 3. Liga. Bis gestern, als der mittlerweile 11. Spieltag auf dem Programm stand, gaben sich die FWK-Verantwortlichen nach außen hin positiv gestimmt und bescheinigten Trainer und Mannschaft eine ordentliche Entwicklung. Dass es unter der Decke brodelt und man dort freilich nicht realitätsfern auf die Dinge blickt, wurde gestern nach dem desolaten 0:2 völlig klar, als Daniel Sauer vor die Presse trat und seine schonungslos offene Sichtweise über die sportlichen Belange darstellte. Das kam für Beobachter überraschend und hatte schon etwas von Abrechnung.

Dass es unter der Decke brodelt und man dort freilich nicht realitätsfern auf die Dinge blickt, wurde gestern nach dem desolaten 0:2 völlig klar, als Daniel Sauer vor die Presse trat und seine schonungslos offene Sichtweise über die sportlichen Belange darstellte.

Kein Wunder: Allmählich droht alles was man sich sportlich über Jahre aufgebaut hat, in rasantem Tempo wieder einzustürzen. Sauer kündigte „offene und knallharte“ Gespräche an, in der auch der Trainer „seine Sicht der Dinge“ äußern darf. In den 90 Minuten gegen Unterhaching spielte Würzburg völlig leidenschaftslos im Stile eines Absteigers. Da gab es nichts schönzureden. Wobei: Stephan Schmidt vertrat in der anschließenden Pressekonferenz eine seltsam exklusive Spielanalyse. Offenbar war ihm entgangen, dass sein Vorgesetzter Sauer und Mannschaftskapitän Sebastian Neumann in der Öffentlichkeit gestern Tacheles redet. Nicht entgangen waren Schmidt die lauten „Trainer raus!“-Rufe von vielen Fans, die der 41-jährige zwar als verständlich bezeichnete, den Unmut der Fans allerdings ausschließlich auf die schwache Heimbilanz (kein Sieg am Dalle im laufenden Jahr) zu deuten wissen wollte.

Schmidt-Fußball in der 3. Liga Fehl am Platz?

Stephan Schmidt ist überzeugt von seiner Spielidee. Das betonte Daniel Sauer auch gestern einmal mehr. Fügte aber auch an, dass diese bisher nur in Ansätzen zu erkennen war. Ein fasst schon vernichtendes Urteil, welches gewiss nicht nur auf die gestrige Heimniederlage gemünzt war. Auch Kapitän Neumann gestand, dass die Mannschaft Schmidts Spielidee aktuell nicht auf den Platz bringt. Daher stellt sich natürlich die Frage, ob diese überhaupt die richtige für die Mannschaft und für die Liga ist? Anders als das Gros der Drittliga-Trainer setzt Schmidt auf einen offensiven und spielfreudigen Ausrichtung und konnte sich dafür im Sommer auch seine Wunschelf zusammenstellen.

Der Plan von Stephan Schmidt ist schon nach elf Spieltagen gescheitert. Ob er noch dazu kommt einen „Plan B“ zu präsentieren?

Dies geschah ganz offensichtlich zu Lasten der Defensive. Elementare Drittliga-Basics wie Zweikampfführung, Kompaktheit und Disziplin konnten nur unzureichend abgerufen werden. Und selbst die offensive Spielidee erlitt in den letzten Wochen eine stete Rückentwicklung. Vom teils imposanten Angriffsspiel der ersten Spieltage ist längst nichts mehr zu sehen. Gegen Unterhaching spielte sich das hochdekorierte Kickers-Team gegen einen Regionalliga-Aufstieger keine einzige echte Torchance heraus.

Alles andere als eine Trennung von Schmidt wäre momentan wohl nur schwer zu vermitteln.

Die Mannschaft wirkt als wäre sie von der Taktik des Trainers nicht mehr überzeugt. Falls doch, ist sie nicht einmal mehr in Ansätzen in der Lage diese umzusetzen. Der Plan von Stephan Schmidt ist schon nach elf Spieltagen gescheitert. Ob er noch dazu kommt einen „Plan B“ zu präsentieren?

Wie geht es weiter am Dalle?

Fans und Umfeld erwarten eine baldige Reaktion vom Verein. Die angekündigten Gespräche werden bis spätestens Dienstag vonstatten gehen. Alles andere als eine Trennung von Schmidt wäre momentan wohl nur schwer zu vermitteln. Zu angezählt wirkt der Trainer und zu besorgniserregend die sportliche Situation. Ein weiterer Abstieg, der nach aktuellem Leistungsstand völlig denkbar wäre, würde das eigentlich so ehrgeizige Projekt am Dallenberg deutlich in Gefahr bringen.

Anmerkung: Wir haben uns nach dem gestrigen Spiel gegen die gewohnte Einzelkritik der Spieler entschieden, da eine konstruktive Bewertung aufgrund der vor allem zweiten 45 Minuten unter unseren gesetzten Maßstäben wenig Sinn ergeben hätten. Wir verteilen somit ein kollektives „ungenügend“ an die Elf der Kickers.

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